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Österreich
14. 05. 2019

GESUNDHEIT

Zukunft der Kremser Herzstation ist offen

Krems. Gesundheitsagentur soll selber klären, ob eine Übersiedlung nach Zwettl notwendig wird
Schon mehr als 4200 Personen haben die Online-Petition gegen die Übersiedelung der Kardiologie (Herzstation) vom Landesklinikum Krems nach Zwettl unterschrieben. Seit die Pläne an die Öffentlichkeit gelangten, ist die Aufregung in und rund um Krems groß. Vor allem die örtlichen Personalvertreter kritisieren die Umstrukturierung und befürchten eine schlechtere Versorgung der herzkranken Patienten im nö. Zentralraum. Jetzt spricht der für die Krankenhäuser zuständige Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) Klartext.
„Im Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025 wurde festgelegt, dass wir für alle Niederösterreicher die beste Versorgung wollen. Darin ist auch dieser Vorschlag enthalten“, erklärte Landeshauptfrau-Stellvertreter. Während in Krems die Strahlentherapie weiter ausgebaut wird, soll mit der Übersiedlung der Kardiologie das Waldviertel aufgewertet werden.
StrukturenMit dieser strukturellen Entscheidung müsse sich jedoch die Landesgesundheitsagentur (LGA) befassen. „Solange diese nicht im Vollbetrieb ist, wird es keine Entscheidung geben“, sagte Pernkopf, der betonte, dass keine Verunsicherung angebracht sei. Die LGA habe zu klären, welche Verbesserungen in Rücksprache mit einem Expertenteam in Zukunft notwendig seien.
Wie der KURIER berichtete, dient die Landesgesundheitsagentur als neue zentrale Dachorganisation, in der alle 27 Spitäler und 50 Pflegezentren Niederösterreichs ab 2020 gesteuert werden sollen. Nicht nur der Kremser Betriebsratsvorsitzende Josef Sattler, sondern auch die Vertreter des Herzverbands hoffen auf einen Verbleib der gesamten Kardiologie-Station in Krems: „Ich bin selbst herzoperiert. Es wäre sehr schlecht, wenn nur St. Pölten für den wachsenden Zentralraum zuständig wäre“, sagte Franz Witkowitz, Obmann der Bezirksgruppe Krems.
Als die bereits freigegebenen Finanzmittel für den Ankauf neuer Stationsgeräte wieder eingefroren wurden, kam die Sache ins Rollen. Aufgrund der langen Wartezeiten in Krems und St. Pölten, hoffen Personalvertreter auf einen vierten Interventionstisch.
– Jürgen Zahrl